Portrait

Laura Gonzalez

Noch keine 30 Jahre alt, hat Laura Gonzalez das erreicht, wovon andere ewig träumen: Sie ist zu einer der begehrtesten Innenraumarchitektinnen von Paris avanciert – mit Selbstbewusstsein, großer Ideenvielfalt und überdurchschnittlichem Engagement.

Laura wird im Jahr 1984 geboren. Ihre Eltern sind beide Akademiker und legen entsprechend großen Wert auf eine anspruchsvolle Schulausbildung. Die genießt die Französin in einem knallharten Umfeld: Sie besucht ein Mädcheninternat und wird täglich dem Druck ausgesetzt, ein Top-Abitur zu machen. Doch Laura ist vor allem eines: eine „Tratschtante“, wie sie 2011 in einem Interview mit der französischen „Glamour“ gesteht. Sie interessiert sich weniger für Mathematik und Co., sondern vielmehr für die künstlerischen Lehrstränge. In ihrer Schulzeit muss sie diese beiden Gegenpole, die Kunst und die Pflicht, irgendwie vereinbaren – was ihr mit viel Disziplin gelingt. Die Belohnung ihrer Eltern: Sie schlagen ihrer Tochter keinen Wunsch aus und akzeptieren ihr Interesse für Kunstvoll-Schönes, wie Möbel, Raumgestaltung und Dekor.

Nach dem Abitur kann sich die ambitionierte Pariserin endlich ihren Interessen widmen. Sie beginnt ein Studium an der „École nationale d’architecture Paris-Malaquais“. Doch nur das Studium? Das Architektur-Studium reicht der damals Anfang 20-Jährigen nicht: Noch während ihrer Studentenzeit wagt sie einen mutigen Schritt und gründet ihre eigene Agentur „Pravda Arkitect“. Der Name soll besonders für die von Beginn an angestrebte internationale Bekanntheit stehen. Und apropos Beginn: Der Start ist alles andere als einfach. Laura ist mit Anfang 20 einfach zu jung für die geschlossene, sehr vernetzte Künstler- und Architektenszene. Teilweise wird sie belächelt. Zunächst bleiben es somit Freunde, die auf ihr Talent vertrauen. Doch dann spricht sich Selbiges herum und der Label-Name „Pravda Arkitect“ ist stadtweit bekannt. Innerhalb weniger Monate ist Laura bereits für mehr als 70 Projekte gebucht – eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Und die auch auf Bodenständigkeit basiert: Ganz gleich, wie viele Aufträge hinzukommen, Laura arbeitet lieber mit den ihr bekannten und vertrauten drei Angestellten zusammen. Tag und Nacht sitzt sie in ihrem Büro in der rue Saint-Martin, telefoniert, zeichnet, entwirft. Während ihre Kommilitonen feiern gehen, investiert Laura lieber in ihre Zukunft und nimmt sämtliche Aufträge an. Dieses Durchhaltevermögen wird belohnt: Bis 2012 gehen über 160 verschiedene Ausstattungsprojekte auf das Gonzalez-Konto, 2013 kommt unter anderem die „Bar Bijou“ in der Pariser Opera Garnier hinzu.

Laura ist inzwischen über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt: In Paris finden sich zwar die meisten Objekte, die ihre Handschrift tragen – eine Mischung aus Bohème-Chic, Barock-Stil und moderner Einrichtungskunst. So beispielsweise das In-Restaurant „Sum“, verschiedene Shops für Vintage-Kunst und die Bar „Belle Epoque“. Doch Laura ist auch für die Gestaltung von Luxus-Appartements auf dem Land, Shops in der Ukraine sowie zwei Boutiquen in Sankt Petersburg verantwortlich. Und das im Alter von gerade einmal 28 Jahren. Klar, dass so eine Blitz-Karriere auch viel Verzicht bedeutet. Jahrelang macht Laura keinen Urlaub, arbeitet ununterbrochen an ihren Projekten und wenn sie doch einmal in ein anderes Land reist, dann nur, um sich dort zu Neuem inspirieren zu lassen. Am Wochenende sucht sie nach neuen Vintage-Möbeln im Internet, ihre Freizeit verbringt sie am liebsten mit ihrer Dogge Hibou oder mit Freunden, denen sie gerne ihre neuesten Kochkreationen serviert. Wo? In ihrem eigenen Appartement – das mit Vintage-Möbeln, intimer Gemütlichkeit und Tapeten aus den 50er- und 60er-Jahren die Gonzalez-Signatur trägt.

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