Interview

Penélope Cruz

Das COVER-Interview fand im mondänen „The Spoke Club“ statt, einer Location im Toronto Entertainment District, von außen ein Ziegelbau, innen dominiert der coole Loftstil. Etwas später als verabredet entstieg Penélope Cruz (38) einem schwarzen SUV mit getönten Scheiben. Sie sah fantastisch aus, mit vollen Wangen und offener, langer Haarmähne. Zu ihrem Blazer hatte sie eine schwarze Hose und schwarze Louboutins kombiniert.

Für Ihren neuen Film mussten Sie in die Haut einer Frau von Mitte 50 schlüpfen. Was war das für ein Gefühl?

Genaugenommen begleite ich diese Frau in dem Film „Twice Born“ fast über ihre gesamte Lebensreise hinweg – von einem Alter von 20 Jahren bis über 50 Jahre. So etwas wollte ich schon immer mal verkörpern. Vor allem war ich auch sehr neugierig darauf, wie stark ich mich wohl äußerlich verändern würde. Es sind ja nicht nur die Falten.

Wie fühlt sich das an, eine ältere Frau zu sein?

Und, wie werden Sie mit 55 aussehen?
Der Make-up-Spezialist Alessandro Bertolazzi hat erstaunliche Arbeit geleistet. Er hat kaum mit Schminke gearbeitet, sondern hat sich intensiv mit meinem Gesicht und mit dem meiner Mutter beschäftigt. Anhand der Knochenstruktur konnte er ermitteln und dann simulieren, wie ich im Alter aussehen werde.


Was ging in Ihrem Kopf vor, als Sie sich schließlich im Spiegel sehen konnten?

Ich habe mich erst mal selbst fotografiert und das Foto an meine ganze Familie geschickt. Dazu habe ich kommentiert: „Guck mal, wie sehr ich dir ähnlich sehe, Mama!“ Und in einer Szene sah ich tatsächlich genauso aus wie meine Großmutter. Ich habe in meinem Gesicht meine ganze Familie entdecken können, auch von der Seite meines Vaters – wirklich alle! Das fand ich hochinteressant, wie alle plötzlich in mir zu finden waren. Ich denke, unsere Gesichter sind wie Landkarten, auf denen man die Geschichten seiner Familie ablesen kann.

Denken Sie viel übers Älterwerden nach?

Gerade in der Traumfabrik gibt es nur noch wenige Rollenangebote für Schauspielerinnen jenseits der 50.

Es geht schon früher los. In Hollywood fragen sie dich nach deinem Alter, sobald du die 22, 23 oder 24 überschritten hast. Damit fängt es schon einmal an! Ich habe mich noch nie dafür interessiert. Das liegt sicher auch daran, dass ich in Madrid aufgewachsen bin. Bei uns ist Älterwerden kein Problem, da feiern und ehren wir die Alten. Und mir war immer schon bewusst, wie wichtig nicht das Aussehen, sondern die Gesundheit ist. Um gesund zu bleiben, tue ich so einiges. Denn ich habe auch schon gesehen, wie es ist, wenn das Leben von Schmerzen bestimmt wird. Das möchte ich weder meiner Familie noch mir antun.
Ihr Sohn Leo wird im Januar zwei Jahre alt.

Was hat sich seit seiner Geburt bei Ihnen getan?

Von dem Moment an ändert sich dein ganzes Leben. Man sieht die Welt schlagartig anders. Ich fühlte mich seltsamerweise wieder in meine eigene Kindheit zurückversetzt. Das passiert ganz unbewusst: Mit dem Herzen erinnert man sich wieder an Momente, von denen man nicht mal mehr wusste, dass es sie gab. Ein Kind öffnet dir wirklich die Augen.

Können Sie sich nun als Mutter auch besser in Mutterrollen hineinversetzen?

Das Drehbuch zu „Twice Born“ hatte ich zwei Jahre vor der Geburt meines Sohnes gelesen. Aber ich habe diese Frau trotzdem sofort verstanden und musste sie spielen. Das war dann der erste Film, den ich nach der Geburt von Leo gedreht habe. Aber es ist wahr, erst als Mutter konnte ich in der ganzen Tiefe nachvollziehen, warum Gemma, die Heldin des Films, so besessen davon ist, Mutter zu werden, und sie dieser Wunsch fast umbringt.

Das ganze Interview mit der wunderschönen Hollywood-Schauspielerin können Sie in der neuen COVER-Ausgabe lesen, die ab dem 17.11.2012 im Handel erhältlich ist.

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