Interview
E L James
Eine Frau, ein Buch - sie ist DIE Autorin 2012: E L James (49) kam pünktlich zur Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal nach Deutschland, um über ihr Erfolgsbuch „Shades of Grey“ zu sprechen. COVER online ließ es sich nicht nehmen, Erika Leonard, wie die Literatin des Jahres eigentlich heißt, ein paar Fragen zu ihrem Bestseller zu stellen.

Frau Leonard, was glauben Sie: Braucht es ein Buch wie „Shades of Grey“, um das moderne Sexleben neu zu beflügeln?
Ehrlich gesagt: Das kann ich gar nicht beurteilen. Ich bin immer noch so überrascht von dem Erfolg und den Reaktionen der Leser, dass ich mir das Ganze fast nicht erklären kann. Vielleicht passt die Geschichte einfach in die moderne Zeit, vielleicht passt sie auch dank der abnormalen Sex-Szenen. Oder es liegt einfach nur an dem Liebesmärchen, das sich zwischen Christian und Ana entwickelt. So etwas lesen Frauen schließlich am liebsten.
Wie hat sich denn ihr Privatleben seit den ersten Wochen des Bucherfolgs verändert?
Mein Privatleben hat sich überhaupt nicht verändert. Wir haben den Trubel um meine Person so gut es ging außen vor gelassen und so weitergemacht wie bisher. Im Haus der Familie Leonard ist also alles gleich geblieben …
Das klingt ja fast ein bisschen langweilig …
Ja, das stimmt (lacht). Vielleicht sollte ich ein neues Buch schreiben!
Apropos Schreiben: Wie sieht denn die typische „Erika Leonard schreibt“-Szene aus? Haben Sie ein bestimmtes Ritual?
Ja, ich habe ein Ritual: Ich höre beim Schreiben Musik – immer!
Welches Genre hören Sie dabei besonders gern?
Das hängt von der Szene ab, die ich schreiben will. Ich habe einen Soundtrack für jede Geschichte, die ich jemals geschrieben habe. Wenn ich dann eines der Lieder der Songliste höre, bin ich sofort wieder in der Szene und kann dort weitermachen, wo ich zuletzt aufgehört habe. Plötzlich kommen all die Ideen wieder und dann verschwimmt die Musik langsam im Hintergrund und ich bin ganz nah an den Protagonisten. Das hilft mir wirklich sehr: Wenn ich über Sex schreibe, höre ich sexy Songs, will ich eine Kampfszene fortsetzen, höre ich eher aggressive, laute Lieder.
Detaillierte Sex-Szenen, SM-Praktiken, eine „Kammer der Qualen“ – viele Leser fragen sich da natürlich, ob man so etwas schreiben kann, ohne es selbst ausprobiert zu haben. Wie darf man sich also Ihre Recherchen vorstellen?
Ich habe einfach eine sehr, sehr gute Vorstellungskraft (lacht). Nein, um ehrlich zu sein: Ich hatte Spaß – der war meine Haupt-Recherchequelle. Und ich habe mir auch ein paar Filme angesehen, deren Titel aber mein Geheimnis bleibt.
Und für wen haben Sie das Buch geschrieben?
Für mich – nur für mich! Im Grunde war ich meine eigene Zielgruppe, was sich auch durch mein persönliches Schreibmotto erklären lässt: „Wenn du schreibst, schreib immer für dich selbst!“
Der dritte und letzte Teil der „Shades of Grey“-Trilogie erscheint in Deutschland am 24. Oktober.2012 im Goldmann-Verlag. Der Preis: 12,99 Euro.



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